Let it carry you

Eine Regelmäßigkeit ist nicht zu erkennen, ich weiß noch nicht genau, wie ich das Bloggen wieder beginnen soll. Also dachte ich mir, ich lasse Spotify shufflen, bis ein passendes Lied kommt und here we are. Ich glaube, so in der Art habe ich es bei 20six vor 150 Jahren schon gemacht und da kommt ein bisschen Nostalgie auf.

Aktuell sieht es die Lage bei uns so aus:

Die Tage plätschern vor sich hin, die Infektionszahlen steigen, der Winter rückt näher. Bekannte und Verwandte, die sich nicht an alle Regeln halten wollen, gibt es zu Genüge, aber ich bin des Diskutierens müde.

Wir dürfen jetzt öfter im Homeoffice arbeiten, was ich einerseits begrüße, da mir das pro Tag ca. zwei Stunden Zeit einspart, was ich andererseits aber auch mit einem weinenden Auge betrachte, weil die Kolleg*innen quasi fast die einzigen Real-Life-Kontakte sind, die ich noch habe. Der Gatte ist bereits seit März komplett im HO, aus Gründen.

Ich lese seit #deraktuellensituation wie bekloppt, weil ich keinen Bock mehr auf sinnloses TV-Geglotze habe, wenn mir dann aber mal wieder eine Serie gefällt, schnupfe ich sie an einem Wochenende bis in die Puppen weg – das ist auch nicht unbedingt empfehlenswert, weil es die Schlafzeit wesentlich verkürzt.

“After Life 2″,” The Umbrella Academy 2″, “The Haunting of Bly Manor” und “Die letzte Rede” habe ich in den vergangenen sieben Monaten gesehen, ich finde, das geht. “Star Trek Discovery 3” lasse ich mal außen vor, wobei ich es liebe, dass es immer nur freitags eine neue Folge gibt.

Ansonsten geht mir die Frage, was wir wie, wann und bei wem an Weihnachten machen wollen schon jetzt tierisch auf die Eier, seit Muddi nicht mehr ist, ist mir das sowas von egal. Außerdem, wenn die Pandemie mich bisher eines gelehrt hat, dann, dass man keine großartigen Pläne machen sollte – es kommt sowieso anders.

See day by day pass by
Each week another try
Rushing off the way you feel
Haste off the whats the deal

Ch-ch-changes

Am 31. Oktober 2020 ist Mama schon drei Jahre tot. Heute macht Papa ihren gemeinsamen (und nun eben nur noch seinen) Lebenstraum wahr und wandert nach Gran Canaria aus.

Es war alles etwas aufregend in den letzten Tagen, weil sein Flug kurzfristig annulliert wurde und er daher Donnerstagabend “fix” einen neuen buchen musste, aber bis jetzt ist alles gut gelaufen und er ist unterwegs. Hauptsache ist, dass er hinkommt, denn in Deutschland hat er alles gekündigt, seinen Hausstand aufgelöst und nur einige Dinge bei seiner Schwester untergebracht. Weil’s beim zweiten Flug Probleme mit einem weiteren Gepäckstück gab (290 Euro Aufpreis), hat er kurzfristig umdisponiert und jetzt nur einen Koffer und sein Handgepäck dabei. Zitat: “Für 290 Euro kann ich mir auch vor Ort neue Klamotten kaufen!”

Wie geil ist das, bitte? Ich packe meinen Sachen und bin raus, mein Kind. Leben komplett ausgemistet, Altlasten abgeworfen und ab dafür. Ich bewundere ihn für den Schritt, immerhin wird er dieses Jahr auch schon/erst 69. Vor allem hoffe ich aber, dass wir ihn im nächsten Jahr, spätestens zum 70., besuchen können.

Urlaub

Dies ist der dritte Urlaub seit September 2020, der für uns ausfällt. Letztes Jahr im September ereilte uns die Thomas-Cook-Pleite (da bucht man EIN MAL eine Pauschalreise und dann sowas), dieses Jahr im März (Porto) und September (Cádiz) hat uns Corona einen Strich durch die Rechnung gemacht.

Die schlauen Ratschläge, dann eben Urlaub in Deutschland zu machen, haben wir dankenswerterweise abgelehnt. Wo in Deutschland war es im Sommer außerdem nicht voll? Wir hatten kaum Lust, an die Elbe vor der eigenen Haustür zu gehen, weil überall Menschenmassen rumwuselten. Und vor allem: Wenn wir ein paar schöne Tage in einem Wellnesshotel an der Ostsee hätten verbringen wollen, hätten wir das von Anfang an gebucht. Versteht irgendwie auch nicht jeder. Für uns ist Urlaub etwas Besonderes und den wollen wir an unseren Lieblingsorten verbringen. Einfach irgendwas zu buchen, weil das nicht klappt und dann noch in Zeiten einer Pandemie, danach stand uns nie der Sinn.

Also verbringen wir auch diesen Urlaub, wie schon den Rest des Jahres, zu Hause. Ausschlafen, faulenzen, lesen, sporteln, ab und zu Essen gehen oder Essen bestellen und nicht darüber nachdenken, dass Hauswirtschaftsraum, Küche, Dachboden und die Kleiderschränke unbedingt ausgemistet werden müssen.